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Maserati-LogoMaserati 3500 GT Spider (1959)

Mit dem Debüt des Maserati 3500 GT (Tipo 101) auf dem 27. Genfer Salon (14.–24.3.1957) gelang es Maserati erstmals, einen konkurrenzfähigen Straßensportwagen mit vier Sitzen auf die Räder zu stellen, der in größeren Stückzahlen abgesetzt werden konnte und die Tradition der Luxussportwagen der Modenser Marke begründete. Ab 1962 war zusätzlich zu der Version mit 3 Weber-Doppelvergasern auch das als 3500 GTI (Tipo 101-Iniezione) bezeichnete Modell mit Benzineinspritzung lieferbar. Bei Touring in Milano wurden in Handarbeit von 1957 bis 1965 1973 Coupés hergestellt. Daneben entstanden in den Jahren 1959 bis 1964 242 von Vignale karossierte Spider.

Am Rande dieser Kleinserienproduktion inspirierte der Maserati 3500 zahlreiche Karosserieschneider zu eigenen Entwürfen: Allemano (1957: 1 Coupé, 1958: 2 Coupés; Bäumer 2010), Bertone (1959: 1 Coupé-Prototyp), Boneschi (1962 und 1963: 2 Coupé-Prototypen), Moretti, Touring (5 Spider), Vignale (1964: 1 Spider-Prototyp). (Crump & de la Rive Box 1979, 1998)

Von Pietro Frua sind fünf Italsuisse-Coupés (1961–1962) sowie der hier beschrieben Spider von 1959 bekannt. Maserati entschied sich jedoch für einen Spider-Entwurf, den Giovanni Michelotti für Vignale gezeichnet hatte. Von dem 1959–1964 gebauten Vignale Spider wurden 243 Exemplare gebaut (Lewandowski 2001). Seinen Durchbruch bei Maserati hatte Pietro Frua schließlich mit dem 1963 vorgestellten Maserati Mistral, von dem bis 1970 828 Coupés und 120 Spider gefertigt wurden.

In der Literatur werden für den Maserati 3500 GT Frua Spider fälschlich zwei frühere Herstellungsjahre genannt:
14.–24.3.1957 Präsentation auf dem Frua-Stand beim 27. Internationalen Automobilsalon in Genf (Orsi & Zagari 1982, Buckley 1991: S. 78)
Laut Chapman (1995) verwendete Pietro Frua 1957 für sein Renault Dauphine GT Ghia Aigle Cabriolet das Design eines gerade in seier Werkstatt entstandenen Maserati, dessen Bestellung von einem portugiesischen Kunden storniert wurde.
Das Foto des Maserati-Standes auf dem Genfer Salon 1957 (Orsi & Zagari 1982: S. 700) zeigt jedoch neben dem Touring Coupé nur ein Alemanno-Coupé. Orsi & Zagari (1982: S. 695) geben im gleichen Kapitel auch das Baujahr von Fruas 3500 GTI Coupé falsch mit 1957 an. Auf der unten abgebildeten Zeichnung lässt sich mit Unsicherheit das Jahr 1958 entziffern, was das Baujahr 1957 ausschließen würde. Die Zeichnung wurde allerdings nach Fruas Tod (28.6.1983) von seiner Frau aus dem Gedächtnis beschriftet.
1958 (Stoop 1987a, Günther 1991a, Buckley 1991: S. 81)
Ehrenrunde beim Grand Prix von Italien in Monza durch den italienischen Staatspräsidenten Giovanni Gronchi (Stoop 1987a, Günther 1991a).
Dies ist eine Verwechslung mit der Eröffnung der neuen Rennstrecke von Monza durch Giovanni Gronchi mit einem von Frua karossierten Maserati A6G 54 Spider am 11.9.1955.

Tatsächlich war das Fahrzeug erst Anfang Januar 1959 fertiggestellt, da zu diesem Zeitpunkt der Maserati Chef-Mechaniker und Testfahrer Guerino Bertocchi mit dem deutschen Journalisten Richard von Franckenberg (1959) eine Testfahrt auf dem Motodrom von Modena durchführte.

# AM 101.268

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1/1959 Probefahrt von Maseratis Chef-Mechaniker und Testfahrer Guerino Bertocchi mit dem deutschen Journalisten Richard von Franckenberg (1959) auf dem Motodrom von Modena
18.3.1959 Robert Madöry (ry) in der Automobil Revue (Nr. 12, S. 15): „Der Maserati ist ausser als Coupé von Touring auch in einer Cabrioletversion nach Frua erhältlich, die indessen in Genf nicht ausgestellt ist.“
26.3.1959 Auslieferung an Simone & Thepenier (Maserati-Importeur), Paris (F)

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15.4.1959 Fotos in Auto Italiana Sport, Heft 8
8/1959 Foto mit schwarzem Verdeck in Sportcar Graphics

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1.–11.10.1959 Präsentation auf dem 58. Salon de l´Automobile in Paris (F) (Crump & de la Rive Box 1979, 1998, Bellu 1982, Lewandowski 1982, 2001, Stoop 1987a, Conradt & Zerha 1989, Lange 1993, Lichtenstein 2001); Laut Bellu (2000a) waren auf dem Maserati-Stand jedoch nur ein 3500 Touring Coupé, der Prototyp des 3500 Vignale Spider und das 5000 GT Touring Coupé ausgestellt; Frua hatte keinen eigenen Stand auf diesem Pariser Salon.

Maserati entschied sich 1959 für den von Giovanni Michelotti gezeichneten Vignale Spider, nachdem die früheren Vorschläge von Touring (1959) und Frua (1959) verworfen wurden (Cornil 2002)

1. Besitzer Floret Remy (F)

Zulassung im Département Eure (F) mit dem Kennzeichen 1959 RM 27

1981 Besitzer Bruno Bouvier, Evreux (Département Eure, F)
Original-Motor fehlt; neuer Motor beim Maserati-Werk gekauft; Karosserie komplett restaurierungsbedürftig; Stoßstangen, Rücksitzbank, hinterer Kennzeichenhalter und andere Teile fehlen

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1988 Besitzer Peter Garett, Kent (GB)
Karosserierestaurierung durch Glendale Engineering, Oldham (GB)

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hellgelb (pastel lemon yellow), innen: Leder türkis und weiß
Zierleiste Windschutzscheibenrahmen fehlt; Umrüstung auf 5-Gang-Getriebe und Scheibenbremsen
1990 zum Verkauf angeboten

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11/1991 angeboten mit Annonce in Autos International für 325.000 GBP

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12/1991 Artikel in Classics and Sportscar (Buckley 1991)

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199x Besitzer Philippe Olczyk, Liège (B)
11.9.1993 angeboten auf Christie´s Auktion in Beaulieu (Lot 51, Schätzwert 40.000–70.000 GBP); nicht verkauft

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12/1993 angeboten mit Annonce in Autos International

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13.6.1994 angeboten auf Poulain Les Fur-Auktion in Paris (Lot 41); nicht verkauft

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1995 abgebildet von Wood (1995)

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199x Besitzer Ben Huisman (Autotron), Rosmalen (NL)
12.5.1995 angeboten auf Versteigerung der Huisman-Kollektion (Lot 123, Schätzwert 250.000–350.000 NGL) im Autotron, Rosmalen (NL); Höchstgebot 125.000 NGL, nicht verkauft (Mulder & van der Zee 1995)

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199x Besitzer Alfredo Brener, Houston (Texas, USA)
1998–2000 Restaurierung
18.8.2000 Teilnahme am 14. Concorso Italiano im Quail Lodge Resort, Carmel (Kalifornien, USA)

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11/2001 Kapitel in Lewandowski 2001

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3.1.2002 Ausstellung anläßlich der Präsentation des Maserati 4200 Spyder vor der Los Angeles Auto Show (Kalifornien, USA)

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16.8.2003 Versteigerung bei der RM „Monterey Sports and Classic Cars Auction“ im Doubletree Hotel, Monterey (Kalifornien, USA), als Lot 444 (angeboten ohne Limit, Schätzwert 75.000–100.000 $) zum Zuschlagspreis von 97.000 $ (+ 10 % Aufpreis = 106.700 $)

 

 

 

16.8.2003 Besitzer N.N.
5/2013 ff. zum Verkauf angeboten in Sports Car Market von AutoCollections, Las Vegas (Nevada, USA): www.autocollections.com

Technische Daten

Basisfahrzeug

Maserati 3500 GT (Chassis AM 101.268)

Motor

vornliegender wassergekühlter 6-Zylinder-Reihenmotor, Block und Kopf aus Aluminium, zwei kettengetriebene obenliegende Nockenwellen (2 ohc), 7-fach gelagerte Kurbelwelle, Marelli-Doppelzündung, drei Weber-Doppelvergaser

Bohrung x Hub

86 x 100 mm, Kompressionsverhältnis 8,2:1

Hubraum

3.485 cm³

Leistung

220 DIN-PS bei ca. 5.500 U/min

max. Drehmoment

35 mkg (DIN) bei 3.500 U/min

Leistungsgewicht

ca. 5,4 kg/PS

Kraftübertragung

hydraulisch betätigte Einscheibentrockenkupplung, vollsynchronisiertes ZF-4-Gang-Getriebe, Hinterradantrieb, ungeteilte Kardanwelle

Vorderachse

Einzelradaufhängung mit Trapez-Dreiecksquerlenkern, Schraubenfedern und Gummielementen, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisator, Schneckenlenkung

Hinterachse

Starrachse an Halbelliptik-Blattfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisator

Bremsen

Trommelbremsen vorn und hinten, Servounterstützung

Karosserie

Rundrohrrahmen mit Längsträgern aus Hohlprofilen, verschraubte Stahlkarosserie

Länge x Breite x Höhe

4.650 x 1.710 x 1.180 mm; Radstand 2.500 mm

Leergewicht

1.200 kg

Höchstgeschwindigkeit

215 km/h, Beschleunigung 0–100 km/h: 6,8 s

Verbrauch

15–20 Liter Super pro 100 km

Bauzeit

1959

Stückzahl

1

Preis (geplant)

4.800.000 ITL (von Franckenberg 1959)