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Pietro Frua (1965)

Pietro Frua (1913–1983) – Vita

* 2.5.1913 geboren in Turin

als 4. und letzter Sohn der Eheleute Angela (geb. Borsello, Schneiderin; 3.5.1888–4.11.1975) und Carlo Frua (Arbeiter in den Fiat-Werken; 17.5.1879–3.1.1963). Brüder: Augusto (25.6.1910–2.7.1991), Ernesto und Giovanni.

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Die Eltern Angela und Carlo Frua

 

Volksschule

 

1.9.1928-31.7.1930 Scuola Centrale Allievi Fiat, Turin (Terasa 1984a)
(Berufsfachschule)

Ausbildung zum technischen Zeichner

 

17.12.1928–30.4.1939 Stabilimenti Farina S.A.
Corso Tortona 12, Turin
(Karosseriewerk [1906–1953] unter der Leitung von Giovanni Carlo Farina [19.9.1884–18.8.1957]; Anselmi & Massini [2006])

Firmenwappen der Stabilimenti Industriali Farina s.n.c.

17.12.1928–31.8.1935 Zeichner (ital. Designatore); Quelle: Führungszeugnis (ital. Certificato di Benservito) vom 31.8.1935

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31.8.1935 Certificato di Benservito

 

 

 

(22.6.1930 Giovanni Battista „Pinin“ Farina verläßt das Unternehmen und gründet die S.A. Carrozzeria Pinin Farina)

193x Leiter der Lehrlingsausbildung

1.9.1935–30.4.1939 Chef des technischen Büros der Karosserieabteilung (Chefzeichner, Chefkonstrukteur, Technischer Leiter; ital. Capo Ufficio Tecnico della sezione carrozzeria); Quelle: Dienstbescheinigung (ital. Certificato di Servizio) vom 13.10.1941

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13.10.1941 Certificato di Servizio

 

 

 

 

1936 erster Kontakt mit seinem Schüler Giovanni Michelotti (6.10.1921–23.1.1980)
Die Aussage von Lichtenstein (2001: S.10) „Die zwei verband eine lebenslange Freundschaft“ trifft nicht zu. Stattdessen schreibt Detlef Lichtensteins Übersetzerin Dontella Lecchiancole, Turin, ihm am 12.6.1989 nach einem Telefoninterview mit Giovanni Michelottis Sohn Edgardo Michelotti: „Giovanni Michelotti und Pietro Frua waren zwar gute Bekannte aber nicht gerade Freunde.“
Laut Chapman (1995, 2014) war Frua ab 1937 auch Geschäftsführer (engl. General Manager) von Stabilimenti Farina; dies trifft ebenfalls nicht zu, da Frua in der Bescheinigung vom 13.10.1941 (s.o.) von Stabilimenti Farina nur der Dienst als „Capo Ufficio Tecnico della nostra sezione carrozzeria“ bescheinigt wurde

1939 Pietro Frua kündigt im Streit mit Attilio Farina (= ältester Sohn von Giovanni Carlo Farina und Bruder von „Pinin“ und Giuseppe „ Nino“); dieser ernennt Giovanni Michelotti zum neuen Chefzeichner
lt. Giovanni Michelottis Sohn Edgardo Michelotti fand diese Begebenheit im Gegensatz zu Fruas Dienstbescheinigung bereits 1937 statt; zitiert von Wieland (2002; laut diesem sprach Giovanni Farina die Kündigung aus) und Lemercier (2009)

 

1.1.1940–ca. 10/1941 Officine Viberti S.p.A.
Corso Peschiera 249 / Corso Trapani 88, Turin
(Nutzfahrzeug-Karosseriewerk  unter der Leitung von Candido Viberti [–26.5.1946])

1.1.1940 Konstruktionszeichner (ital. Disegnatore progettista [categoria seconda tecnici del contratto d'impiego])
Das nachfolgende Schreiben der Officine Viberti vom 30.12.1939 mit der Bestätigung der Anstellung von Pietro Frua enthält ein falsches Beginndatum „dal I Gennaio 1939“ (1.1.1939) statt 1.1.1940. Die alternative Interpretation, dass das Beginndatum 1.1.1939 richtig und das Bestätigungsdatum 30.12.1939 falsch ist (statt 30.12.1938) ist unwahrscheinlicher, da die Vorbeschäftigung bei Stabilimenti Farina erst am 30.4.1939 endete.

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Anstellungsbestätigung der Officine Viberti vom 30.12.1939

 

 

 

 

Offcine Viberti liefert Fiat und Lancia Lastwagen für das Italienische Heer (ital. Regio Esertico; Deganello & Sannia 2013), darunter 1942–1943 den bewaffneten Geländewagen SPA-Viberti AS.42/43 (= Camionetta AS 42/43 „Sahariana“)
(10.6.1940 Italien erklärt Frankreich und Großbritannien den Krieg)
28.11.1942, 13.7.1943, 25.7.1944, 25.7.1945 Officine Viberti wird durch britische Bomben stark beschädigt (
Deganello & Sannia 2013; Istituto piemontese per la storia della Resistenza e della società contemporanea 'Giorgio Agosti', abgerufen am 29.12.2013)

 

ca. 10/1941–1944 selbstständiger Design-Berater
(Beginn vor 1942/43 = Terminus ante quem; die Tatsache, dass Frua am 13.10.1941 eine nachträgliche Dienstbescheinigung von Stabilimenti Farina erhielt, lässt vermuten, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt auf Arbeitssuche war)

• Entwurf für einen Belmondo-Roller, der zum Vorbild für den Piaggio MP5 Paperino (1945), dem Vorgänger der Vespa (V.98, 1946) wurde

• Gestaltung von Elektroküchen

• Bau von Terrakotta-Elektroheizöfen

 

1944-1958 Carrozzeria Pietro Frua
Via Giovanni da Verazzano 18, Turin

15 Mitarbeiter, darunter bis 1952 Sergio Coggiola (1928–1989)

Firmen-Signet der Carrozzeria Pietro Frua auf Fotos (1951)

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Firmen-Signet der Carrozzeria Pietro Frua (1957)

 

15.–26.9.1948 Teilnahme am 31. Turiner Automobilsalon (erster Turiner Salon nach dem Krieg) (Lichtenstein 2001)

 

1956–1959 Zusammenarbeit mit Carrozzeria Ghia, Corso Unione Sovietica 75/79, Turin

(1915 gegründete Karosseriefirma, die 1953–1963 von Luigi Segre [1919–1963] geleitet wurde)

Firmenwappen der Ghia S.p.A.

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Pietro Frua 1955

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Carrozzeria Pietro Frua 1955

 

 

22.5.1956 Umzug der Carrozzeria Pietro Frua unter der neuen Leitung von Luigi Segres rechter Hand Federico Villani in das zukünftige Ghia-Gebäude in größere Werkstatt (Tubbs 1956b) in der Via Padre Agostino da Montefeltro 7, Turin

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Handelsregisterbekanntmachung

 

 

 

 

Produktion: 80 Spezialkarosserien und 200 Elaborazioni (= Verarbeitungen) pro Jahr; Maserati-Produktionslinie (Tubbs 1956b)

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Pietro Frua 1956

 

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1957 M.G. MGA Hardtop-Roadster (EX205/2)
vor der Carrozzeria Frua

 

 

25.7.1957 Geschäftsaufgabe der Carrozzeria Pietro Frua + Neueintragung der Carrozzeria Pietro Frua S.p.A.

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Geschäftsaufgabe

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Neueintragung

 

 

 

 

1957 Verkauf der Carrozzeria Pietro Frua an die Carrozzeria Ghia
ca. 9/1957 Umzug der Carrozzeria Pietro Frua unter der neuen Leitung von Luigi Segres rechter Hand Federico Villani in das zukünftige Ghia-Gebäude in der Via Agostino da Montefeltro 7, Turin.
Luigi Segre wollte die Marke Frua nutzen, da Ghias Hauptkunde Fiat die Verbindung der Marke Ghia mit seinen Konkurrenten nicht akzeptiert hätte. im Gegenzug wurde Pietro Frua zum Design-Chef von Ghia ernannt. Aufgrund von Streitigkeiten über die Urheberschaft am Design der Renault Floride verläßt Pietro Frua die Carrozzeria Ghia und macht sich mit dem Studio Tecnico Pietro Frua wieder selbstständig. (Moretti 1991)

15.4.1958 Carrozzeria Pietro Frua in Liquidation

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Handelsregisterbekanntmachung

 

 

 

 

8.1.1959 Liquidation der Carrozzeria Pietro Frua aufgehoben

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Handelsregisterbekanntmachung

 

 

 

 

22.1.1962  Carrozzeria Pietro Frua in Liquidation

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Handelsregisterbekanntmachung

 

 

 

1957-1959 Zusammenarbeit mit der Carrosserie Ghia S.A.,
Lugano (CH, ca. 1954–1958) und Aigle (CH, 1948–1954 sowie ca. 1958–1988)
als Nachfolger seines Freundes Giovanni Michelotti (1921–1980)

Firmen-Signet der Carrosserie Ghia S.A., Aigle (CH; 1962)

 

1957–1964 Zusammenarbeit mit Carrozzeria Viotti, Turin
(Karosseriefirma 1921–1964)

Firmen-Signet der Carrozzeria Viotti – Escercizio Stabilimenti Viotti S.p.A. Torino

 

1958–196x Zusammenarbeit mit Carrozzeria Savio, Borgo San Pietro (Turin)

Firmen-Signet der Stabilimento Savio Giuseppe – Carrozzeria Automobile

 

11.6.1959-1964 Studio Tecnico Pietro Frua
Designstudio in der Via Villa Glori 8, Turin

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Handelsregisterbekanntmachung

 

 

 

 

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Pietro Frua bei der Arbeit
(ca. 1959)

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Pietro Frua bei der Arbeit
(ca. 1959)

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Pietro Frua (ca. 1959)
 

 

 

4.8.1959 Umzug in die Via Ozanam 10, Turin

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Handelsregisterbekanntmachung

 

 

 

 

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Pietro Frua mit seiner Assistentin Teresa „Gina“ Bussolino (1960)

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Teresa „Gina“ Bussolino (1960)

 

 

 

 

11.9.1962 Umzug in die Via Massena 11, Turin

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Handelsregisterbekanntmachung

 

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Pietro Frua mit Kunden aus dem Senegal 1962

 

1959-1967 Zusammenarbeit mit Carrosserie Italsuisse, Genf (CH)

 

Pietro Fruas Firmen-Signet an einem Maserati 5000 1962

 

Pietro Fruas Firmen-Signet an einigen Karosserien (Glas GT, Maserati 3700 GTI) 1963–1968

 

Pietro Fruas Firmen-Signet an Karosserien ab 1964

 

1965–1983 Studio Tecnico Pietro Frua
Via Papa Giovanni XXIII 13, 10024 Moncalieri/TO (frazione Borgo San Pietro)

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Pietro Frua vor seiner Kreidezeichnung des Glas 2600 V8 (1965) 

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1966

 

 

 

 

 

Pietro Fruas Firmen-Signet am Glas V8 1966–1968

 

(9.–19.3.1967) Ohnmacht durch leichte Herzattacke auf dem 37. Internationalen Automobilsalon in Genf (CH)
(Quellen: Helmut Werner Bönsch, technischer BMW-Direktor und Beauftragter für Qualitäts- und Produktangleichung bei Glas in Dingolfing: Bericht vom 20.3.1967 zur Besprechung mit Pietro Frua am 18.3.1967 in Genf, im Archiv der BMW Group; Dereck Hurlock, Besitzer von AC Car: “I think he had a weak heart, because I remember he was subject to passing out, and fainted at the Geneva motor show one year”, zitiert von Chapman 2014)

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Pietro Frua bei Opel in Rüsselsheim (1969)

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Pietro Frua (1971)
 

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Pietro Frua und Verne Ben Heiderich

 

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Pietro Frua
(in den 70-er Jahren)

 

 

 

 

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7/1975

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Pietro Frua
(ca. 1980)

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Pietro Frua bei einer Tischgesellschaft (ca. 1980)

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Pietro Frua im Gespräch mit Kollegen (ca. 1982)

 

 

 

Herbst 1982: Krebsoperation

 

28.6.1983 Heirat mit seiner langjährigen Assistentin Teresa „Gina“ Bussolino (4.7.1907–1999), wenige Stunden vor seinem Tod

 

† 28.6.1983 gestorben in Turin

 

(Quellen: Stoop 1987a–e, Chapman 1995a, Lichtenstein 2001, eigene Recherchen)