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Maserati Mexico
(I) (1967)Maserati Mexico Frua-Prototyp, Maserati Mexico Speciale, Maserati Tipo 112
Comm. 344?
Um den mit Pietro Fruas Maserati Quattroporte I erzielten Erfolg abzusichern, entschied sich Maserati ein daraus abgeleitetes viersitziges Coupé mit V8-Motor als Nachfolger für den Maserati 5000 GT ins Programm zu nehmen. Das Quattroporte-Chassis wurde hierzu um 110 mm verkürzt. Der von Virginio Vairo entworfene Prototyp mit 4,9-Liter-V8-Motor wurde von der Carrozzeria Vignale auf dem Turiner Salon vom 3.–14.11.1965 unter der Bezeichnung „5 litri Coupé 2+2“ ausgestellt. Maserati entschied sich schließlich, eine Ableitung dieses von Vignale vorgeschlagenen Prototyps in Serie zu produzieren.
Das Serienmodell wurde Maserati
Mexico genannt. Über den Ursprung des Namens sind zwei verschiedene Theorien
im Umlauf:
1. Das Modell trägt seinen Namen in Erinnerung an John
Surtees’ Sieg in einem von einem Maserati V12-Motor angetriebenen Cooper T81
(F1-6-66) beim
Grand Prix
von Mexiko auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez
von Mexiko City am 23.10.1966 (Crump
& de la Rive Box 1984, Mandarano
1990). Diese Interpretation kann jedoch nicht stimmen,
da die Vorstellung des Maserati Mexico bereits zwei Wochen zuvor auf dem 53.
Pariser Salon (6.–16.10.1966) erfolgte (Orsini
& Zagari 1982, Tabucchi 2003).
2. Der Mexikaner Díaz Barroso gab seinen Maserati
5000 GTI Allemano Coupé (Chassisnummer AM 103.022; Erstbesitzer Adolfo López
Mateos, Präsident von Mexiko 1958–1964) als Totalschaden zur Reparatur ins Maserati-Werk
zurück. Dort sah und kaufte er den Vignale Mexico-Prototyp. Er bat das Werk,
diesem die Chassisnummer seines 5000 GT zu geben, um die mexikanischen Import-Zölle
zu umgehen. (Lange 1993, Khawam
2001, Lewandowski 2002, Adolfo
Orsi: Leserbrief in Classic and Sportscar, Juni 2003)
Kommentar:
Unklar an dieser Geschichte bleibt jedoch, warum das Werk das Serienfahrzeug
nach der Nationalität des Käufers des Prototyps benennen sollte.
Von September 1966 bis 1972 wurden 485 Maserati Mexico von Vignale in Grugliasco bei Turin produziert (Tabucchi 2003). Die in der Literatur (Crump & de la Rive Box 1979, 1984, 1998, Lewandowski 1982, Khawam 2001) fälschlich angegebene Stückzahl von 250 Exemplaren betrifft nur die ersten drei Produktionsjahre.
Der in Fachkreisen als Frua-Prototyp bezeichnete Wagen mit der Chassisnummer AM 112.001 wurde höchstwahrscheinlich erst nach Aufnahme der Serienproduktion im Mai 1967 fertiggestellt und verblieb zunächst im Werksbesitz. Die Vermutung von Mandarano (1990), der Wagen sei möglicherweise auf dem 53. Pariser Salon (6.–16.10.1966) präsentiert worden, ist unwahrscheinlich, da dort bereits das von Vignale karossierte Serienmodell ausgestellt wurde. Sollte der Wagen jedoch bereits im November 1965 (Cozza, persönliche Mitteilung 5.9.2003 und 26.7.2004) fertig gewesen sein, so könnte er gleichzeitig mit dem konkurrierenden Entwurf von Vignale auf dem Turiner Salon vom 3.–14.11.1965 gezeigt worden sein.
Chassisnummer AM 112.001
Motornummer AM 112.001
? 3.–14.11.1965 Präsentation auf dem Frua-Stand beim 47. Salone Internazionale dell´Automobile in Turin (I) (Cozza, persönliche Mitteilung 5.9.2003 und 26.7.2004)
(30.4.1966?) Disegno 765 + 765/2 „Disegno costruttivo nuova berlina Maserati 2+2“. Die Zeichnungen wurden in den Listen Pietro Frua´s erst nachträglich mit Mai 1966 (im Original schwer entzifferbar: „Maggio 66“) oder 30.4.1966 datiert. Die Zeichnungen selbst sind nicht mehr im Archiv der Familie Frua (c/o Roberto Rigoli) enthalten und wurden vermutlich 1985–1992 mit den übrigen Maserati-Archivalien Frank M. Mandarano (MIE Corp.), Mercer Island (Washington, USA), zur Verfügung gestellt.
8.5.1967 Fertigstellung (lt. Maserati-Produktionsliste; Mandarano
1980a: 7/1967, Mandarano 1990:
7/1965)
Farbe: Amarantrot (ital. Amaranto), innen:
weißes Leder (ital. pelle neutra)
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5.5.1967 1. Besitzer Nello della Casa, Modena (I) (Mandarano
1980a fälschlich: 1. Besitzer G. Díaz Ordaz, Präsident von Mexiko 1964–1970)
Bezeichnung
im Lieferschein (ital. Avviso Spedizione) als „Vettura prototipo“
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1967 Besitzer Tom Meade, Modena (I) (fälschlich Mandarano 1990: Tom Meed, RM-Katalog 1980: Tom Mead)
1967 Besitzer Kenny Wagner, Amarillo (Texas, USA)
5/1978 Besitzer N.N. (Autohändler), Amarillo (Texas, USA)
1978 Besitzer Larry Mease, Jacksonhole (Wyoming, USA) (Mandarano 1990, RM-Katalog 1980: Larry Maese)
1980 Besitzer
Francis G. Mandarano (MCI/MIE Corp.), Mercer Island (Washington, USA)
Restaurierung;
Lackierung geändert: Weiß, innen: weißes Leder
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20.12.1983 angeboten
in Viale Ciro Menotti (7. Jahrgang, Nr.
2, Heft 38, 2. Quartal 1983) für 35.000 $
5/1985 angeboten in Viale Ciro Menotti
(9. Jahrgang, Nr.
1, Heft 43, 1. Quartal 1985) für 35.000 $
Komplettrestaurierung, Lackierung
geändert: Amarantrot; Innenausstattung erneuert: hellbraunes Leder
17.8.1990
2. Platz im Maserati Super Concours beim 3. Concorso Italiano im Quail Lodge,
Carmel (Kalifornien, USA)
19.8.1990 Teilnahme am 40. Pebble Beach Concours
d´Elegance (bei Carmel, Kalifornien, USA) (Mandarano
1990)
9/1990 zum Verkauf angeboten mit Artikel in Viale Ciro Menotti
für 300,000 $
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1995 Besitzer W. Kent Feddman, Alexandria (Virginia, USA)
1995 Besitzer Manfred Lang, Solingen
1999 Mechanik
überholt
18.8.2000 versteigert von RM Auctions (Lot 428) bei den 27. Annual Monterey Historic Automobile Races in Monterey (Kalifornien, USA) zum Preis von 102.300 $ (Schätzwert 100.000–130.000 $) (Orsi & Gazzi 2001)
18.8.2000 Besitzer Alfredo Brener, Houston (Texas, USA)
3.–5.5.2002 Teilnahme
am 7th annual “Wooden Keels & Classic Wheels” Concours d’Elegance im Lakewood
Yacht Club, Seabrook (Texas, USA)
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15.8.2003 Ausstellung beim 17. Concorso Italiano im Black Horse Golf Club, Seaside (Kalifornien, USA)
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16.8.2003 Versteigerung bei der RM „Monterey Sports and Classic Cars Auction“ im
Doubletree
Hotel, Monterey (Kalifornien, USA), als Lot 449
[Anmerkung: die Bilder zu Lot 449 wurden von RM mit Lot 446 vertauscht] (Schätzwert 80.000–110.000 $) zum Zuschlagspreis von 70.000 $ (+ 10 % Aufpreis
= 77.000 $)
Der im Ausstellungskatalog angegebene Hubraum von 4.719 cm³
stimmt nicht, da dann die Motornummer mit AM 112/1 beginnen müsste.
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16.8.2003 Besitzer N.N., Houston (Texas, USA)
22.1.2010 versteigert von
Gooding & Company auf der Scottsdale Auction in Scottsdale (Arizona, USA)
als Lot
10 zum Zuschlagspreis von 170.000 US-$ (= 120.700 €; + 10% Aufpreis = 187.000
US-$ = 132.770 €; Schätzwert 75.000–100.000 US-$; Versteigerung ohne Limit)
an den Saalbieter mit der Bieternummer 283
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Basisfahrzeug |
Maserati Mexico |
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Motor |
Tipo AM 107 |
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Bohrung x Hub |
88 x 85 mm, Kompressionsverhältnis 8,5:1 |
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Hubraum |
4.136 cm³ |
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Leistung |
260 DIN-PS (290 SAE-PS) bei 5.200 U/min |
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max. Drehmoment |
37 mkg (DIN) bei 4.000 U/min |
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Leistungsgewicht |
(Serienfahrzeug: 5,8 kg/PS) |
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Kraftübertragung |
Einscheibentrockenkupplung, vollsynchronisiertes 5-Gang-Schaltgetriebe (ZF), Hinterradantrieb |
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Vorderachse |
Einzelradaufhängung mit doppelten Dreiecksquerlenkern, Schraubenfedern und hydraulischen Teleskopstoßdämpfern, Querstabilisator; Kugelumlauflenkung |
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Hinterachse |
Starrachse, halbelliptische Blattfedern, Querstabilisator |
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Bremsen |
hydraulisches Zweikreisbremssystem mit Servounterstützung, Scheibenbremsen (Girling) vorn und hinten |
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Karosserie |
teilselbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen vorn |
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Länge x Breite x Höhe |
(Serienfahrzeug: 4.760 x 1.730 x 1.350 mm); Radstand 2.640 mm |
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Leergewicht |
(Serienfahrzeug: 1.500 kg) |
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Höchstgeschwindigkeit |
(Serienfahrzeug: 250 km/h) |
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Verbrauch |
(Serienfahrzeug: 19 Liter Super pro 100 km) |
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Bauzeit |
1967 |
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Stückzahl |
1 |
Maserati Mexico (I) (1967)
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