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Monteverdi-LogoMonteverdi 2000 GTI (1968)

Volks-Monteverdi, Volks-Monti

Comm. 350

Von 1965 bis 1975 war die Garage von Peter Monteverdis (7.6.1934–4.7.1998) Firma Monteverdi in Binningen bei Basel (CH) offizielle Vertretung von BMW-Fahrzeugen. „Nachdem er 1965 für seinen Binninger Garagebetrieb die BMW-Vertretung übernommen hatte, vereinbarte er mit BMW-Verkaufschef Hahnemann die Entwicklung eines zweisitzigen Coupes auf der Basis des BMW 2000“ (Gloor 1979). Somit erteilte Monteverdi den Auftrag zum Bau des Monteverdi 2000 GTI noch vor dem ebenfalls von Pietro Frua gebauten Monteverdi High Speed 375 S (Comm. 353), derauf dem Genfer Salon 1968 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Der Monteverdi 2000 GTI sollte gemeinsam mit dem Monteverdi High-Speed-Modellen 375 S und 375 L auf dem 38. Internationalen Automobilsalon in Genf gezeigt werden. Eine von Max Stoop gezeichnete Seitenansicht wurde vor der Saloneröffnung in der Automobil Revue veröffentlicht und die Boulevard-Zeitung Blick feierte den Zweisitzer bereits als „Volks-Monti“ (Gloor & Wagner 1980). Da Frua das Fahrzeug nicht rechtzeitig fertigstellen konnte (Gerhard Mutterer, mündliche Mitteilung am 28.1.2004), gab man bekannt, der Wagen sei in Turin der Wagen sei in Turin beim Verladen auf einen Lastwagen von der Rampe gefallen und dabei beschädigt worden. Letzteres steht auch als offizielle Version in der von der Monteverdi AG herausgegebenen Firmenbiographie (Gloor & Wagner 1980, zitiert auch von Günther 1987a, c und Stoop 1987c). Lichtenstein (2001) schreibt jedoch abweichend, dass im Rahmen des beginnenden Rechtsstreits Peter Monteverdi von Frua per gerichtlicher Verfügung verboten wurde, den gerade fertig gestellten Monteverdi 2000 GTI auf dem Genfer Salon zu präsentieren.

Frua lieferte den Wagen später an Monteverdi aus. Aus der geplanten Serienfertigung wurde jedoch nichts, was Monteverdi auf die Ablösung des BMW-Verkaufsdirektors Hahnemann zurückführt (Gloor & Wagner 1980, Günther 1987a). Dessen Nachfolger bot bloß an, Peter Monteverdi den Prototypen zum Selbstkostenpreis von 90.000 CHF abzukaufen, dieser behielt ihn jedoch lieber selbst (Gloor & Wagner 1980, Lichtenstein 2001).

Nach Angaben der Monteverdi AG (Gloor & Wagner 1980: S. 175) hatte der Monteverdi 2000 GTI einen 130-PS-Motor (Gloor & Wagner 1980, S. 175) mit zwei Doppelvergasern (Solex) und ein 5-Gang-Schaltgetriebe von ZF (Serien-2000 TI: 4 Gänge). Damit sollte er eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h erreichen (Serien-2000 TI mit 120 PS: 181 km/h). An anderer Stelle der Firmenbiographie (Gloor & Wagner 1980: S. 240) sowie auf der Beschriftungstafel an dem im Museum der Monteverdi Car Collection ausgestellten Fahrzeug ist dagegen sogar von einem mit Einspritzanlage versehenen Motor mit 130 PS und 210 km/h Höchstgeschwindigkeit die Rede. Tatsächlich ist in dem Einzelstück heute jedoch der 100-PS-Motor des BMW 2000 mit nur einem Vergaser und ein 3-Gang-Automatikgetriebe eingebaut.

Frua zeigte mit der gleichen Karosserie im Oktober 1968 ein BMW 2000 ti Coupé auf dem Pariser Salon sowie 1969 ein BMW 2800 GTS Coupé auf dem Genfer Salon und der IAA in Frankfurt. Vermutlich handelt es sich beim BMW 2000 ti Coupé mit BMW-Niere im Kühlergrill und Speichenrädern um dasselbe Fahrzeug wie dem Monteverdi 2000 GTI. Da dies an Hand der vorliegenden Quellen derzeit nicht abschließend geklärt werden kann, wurde die Historie des BMW 2000 ti Coupés nachfolgend in grauer Schrift in die Historie des Monteverdi 2000 GTI eingefügt.

Historie

21.3.1966 Produktiondatum des Basisfahrzeuges BMW 2000 ti (Fahrgestellnummer 1432226, Motornummer 143222x)
Farbe: Bristol (Farbnummer 058 = Mittelgrau)
25.3.1966 Auslieferung an Fa. Motag (BMW-Importeur ), Zürich (CH)

28.6.1967 Dis. 795 „Dis. Costrutt. BTI 2000 (BMW Mont.)“

Bau des Prototypen durch das Studio Technico Pietro Frua in Turin
14.3.1968 Ankündigung in der Automobilrevue (Stoop 1968)

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3/1968 Fertigstellung durch Pietro Frua zum 38. Internationalen Automobilsalon in Genf (14.–24.3.1968), dort jedoch nicht ausgestellt wegen eines Zwischenfalls beim Transport (Cornil 1968: S. 35): „Als man den fieberhaft fertiggestellten Wagen bei Frua auf den Lastwagen aufladen wollte, kippte er auf die Seite und wurde dabei ziemlich beschädigt.“ (H.D. in Automobil Revue, 20.3.1968: S. 17)
Farbe: Rot, innen: schwarzes Kunstleder

(1968 BMW 2000 ti Coupé: 3.–13.10.1968 Präsentation auf dem Frua-Stand beim 55. Salon de l´Automobile in Paris (F) gemeinsam mit dem Chevrolet Camaro CS 327
Unterscheidungsmerkmale: BMW-Niere im Kühlergrill, vordere Blinker gelb mit Chromsockel, Speicherräder, BMW-Firmenzeichen auf Motorhaube und an C-Säulen)

Besitzer Peter Monteverdi (Monteverdi AG), Binningen (CH)
6.3.1969 Fahrbericht in der Automobil Revue (Wagner 1969b)
Kennzeichen BL 69, das auch für den Monteverdi High Speed 375 L (1968) verwendet wurde; Stahlscheibenräder, 2 Doppelvergaser (Solex), 4-Gang-Schaltgetriebe (BMW)
6/1969 weitere Fotos mit dem Kennzeichen BL 69, das auch für den Monteverdi High Speed 375 L (1968) verwendet wurde;
Stahlscheibenräder

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Umrüstung auf Magnesiumgussräder; Außenspiegel (Talbot) rechts montiert
Ende 1969 Fotos Carl L. Wagner in der Nähe des Wasserturms Bruderholz in Basel (CH)

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7.–12.1.1970 Ausstellung auf der 2. Internationalen Rennwagenschau (= 2. Zürcher Racing Show) in Zürich (CH) (Stoop 1970: S. 3)
1985 Ausstellung in der Monteverdi Car Collection in Binningen (CH)

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1991 Fotos Andreas Schey, Düsseldorf

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4.7.1998 5. Besitzer Paul Berger(Monteverdi Car Collection), Marrakech (Marokko)
Ausstellung in der Monteverdi Car Collection in Binningen (CH)
29.3.2003 Fotos Stefan Dierkes, Karlsruhe, und Diethelm Sturm, Köln

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Es ist ein 100-PS-Einfachvergasermotor des BMW 2000 eingebaut. Da dieser nicht zur Fahrgestellnummer passt (BMW 2000 ti: 120 PS-Motor mit zwei Doppelvergasern) ist es nicht klar, ob er auch schon zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Fahrzeuges 1968 eingebaut war.

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Technische Daten

Basisfahrzeug

BMW 2000 ti (Fahrgestellnummer 1432226)

Motor

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vornliegender, längseingebauter, wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor (BMW 2000), Motorblock aus Graugussstahl um 30° nach rechts geneigt, 5 Kurbelwellenlager, Zylinderkopf aus Leichtmetall, von Duplexkette angetriebene obenliegende Nockenwelle (sohc), über Kipphebel betätigte V-förmig hängende Ventile, ein Fallstromvergaser (Solex 40 PDSI), Druckumlaufschmierung

[Die linksstehenden Motorangaben der Monteverdi AG stimmen nicht mit dem im Fahrzeug eingebauten Motor überein; einen BMW-Motor mit Einspritzanlage und den angegebenen Daten gab es 1968 nicht. Da es sich bei dem im Jahr 2003 eingebauten Motor nicht um den zu Fahrgestellnummer passenden Motor eines BMW 2000 ti mit 120 PS handelt, ist es unklar, ob dieser auch schon zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Fahrzeuges 1968 eingebaut war.]

Bohrung x Hub

89 x 80mm, Kompressionsverhältnis 8,5:1

Hubraum

1.990,8 cm³

Leistung

100 DIN-PS bei 5.500 U/min (113 SAE-PS bei 5.800 U/min)

max. Drehmoment

16,0 mkg bei 3.000 U/min

Leistungsgewicht

(Basismodell: 11,9 kg/PS)

Kraftübertragung

3-Gang-Automatikgetriebe (ZF) mit hydraulischem Wandler, geteilte Kardanwelle, Antrieb auf Hinterräder

Vorderachse

McPherson-Federbeine (für flachere Vorderpartie geändert), Schraubenfedern, hydraulische Teleskopstoßdämpfer

Hinterachse

Einzelradaufhängung mit Dreiecksschräglenkern, einzeln stehende Schraubenfedern und hydraulische Teleskopstoßdämpfer

Bremsen

hydraulisch betätigtes Zweikreis-Bremssystem mit Servohlife, 4-Kolben-Festsattel-Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten, Handbremse wirkt mit zwei separaten Seilzügen auf die Hinterräder

Karosserie

selbsttragende Karosserie, BMW-Plattformrahmen an der Vorderpartie geändert

Länge x Breite x Höhe

4.559 x 1.719 x 1.250 mm (Blunsden 1969)

Radstand

2.550 mm

Leergewicht

(Basismodell: 1.190 kg)

Höchstgeschwindigkeit

190 km/h (Blunsden 1969) (Basismodell: 164 km/h; Beschleunigung 0–100 km/h: 14 Sekunden)

Verbrauch

(Basismodell: 13,5 Liter Super pro 100 km)

Bauzeit

1968

Preis

90.000 CHF (für den Prototypen)
25.000–30.000 CHF (bei Serienfertigung von 150–200 Stück geplanter Grundpreis)

Stückzahl

1

Veröffentlichungen

Dierkes & von Rotz (2013)

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