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Maserati-LogoMaserati Mistral Coupé (1963–1970)

Maserati Due Posti, Maserati 2Posti, Maserati Berlinetta 2 Porte, Maserati Berlinetta Due Porte, Maserati Tipo AM 109

Comm. 322

12/1960 Auto-Jahr (Band 8, 1960–1961; engl. Automobile Year): Ankündigung eines internationalen Karosserie-Wettbewerbs zum zehnten Erscheinungsjahr (Band 10, 1962–1963): Preisgeld 25.000 CHF plus Bau des Sieger-Vorschlags durch Carrozzeria Pininfarina
ab 30.3.1961 Versand der Wettbewerbsbedingungen
12/1961 Auto-Jahr (Band 9, 1961–1962): Erinnerung an den Karosserie-Wettbewerb
28.2.1962 Autodesigner
Robert Cumberford, Mexico City (MX) reicht knapp zum Anmeldeschluss (Poststempel am Flughafen Mexico City) seinen Design-Vorschlag auf Basis des Maserati 3500 GT mit Kühlergrill unter Stoßstange ein (Cumberford 1998)

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3/1962 Jury-Entscheidung: 1. Preis (10.000 CHF) an Henner Werner, Pio Manzoni und Michael Conrad (Studenten der Hochschule für Gestaltung Ulm) für ihr Austin Healey 3000 Coupé, 6. Platz Robert Cumberford (Cumberford 1998); 184 Anmeldungen, 75 Teilnehmer aus 21 Ländern (Auto Jahr, Band 10, 1962–1963)
10/1962–3/1963 Ausstellung des von Pininfarina gnbauten Entwurfs auf den Autosalons in London (17.–27.10.1962), Turin (31.10.–11.11.1962) und Genf (14.–24.3.1963) (Auto Jahr, Band 10, 1962–1963)
1/1998
Robert Cumberford bezeichnet sich als Designer des Maserati Mistral (Cumberford 1998)

Design Pietro Frua

6.4.1963 1:10-Entwurfszeichnung (ital. figurino) Dis. 708 „figurino Coupé Sport Maserati 109“

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25.5.1963 1:1-Konstruktionszeichnung (ital. costruttivo) Dis. 709 „costruttivo Coupé Sport Maserati 109“ (in den Abschriften von Fruas Zeichnungslisten falsch mit 1964 beschriftet)

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1. Frua-Prototyp (1963)

Chassisnummer AM 109.002
Motor: 3,5 Liter

1963 Fotos Pietro Frua im Hof vor seinem Studio Tecnico in der Via Villa Glori 8, Turin (I)
Farbe: Silbermetallic, innen: rotes Leder
Merkmale: Chromkappen vor/unter den Scheinwerfern, feinmaschiges Kühlergrillgitter (wie z.B. 1964 Opel Kadett A Italsuisse Spider), Stahlräder mit kleinen Chromradkappen, keine Lüftungsklappen hinter vorderen Radläufen, ovales Frua-Signet hinter vorderen Radläufen, keine Türfensterrahmen (nur Dreiecksfenster), andere Sitze und anderes Armaturenbrett (mit Beifahrerhaltegriff wie 3500 GT Touring Coupé) als Serienfahrzeuge, noch kein Auspuff

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1963 Fotos c/o Maserati S.p.A., Modena
Geänderte Merkmale: 16"-Speichenräder (Borrani), ein Auspuffrohr (Serienfahrzeuge: zwei)

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ca. 10/1963 Fotos Maserati im Giardino Ducale Estense (ehem. Giardini Pubblici), Modena (I)

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30.10.–10.11.1963 Präsentation auf dem Maserati-Stand beim 45. Salone Internazionale dell´Automobile in Torino (I) zusammen mit dem 1963 Maserati Quattroporte I (AM 107.004)
Geändertes Merkmal: rechteckiges Frua-Signet hinter vorderen Radläufen

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7.11.1963 Etienne Cornil (1963b) beschreibt den Wagen in der Automobil Revue:

„Neben der viertürigen Limousine hat Maserati seine 3,5-Liter-Modellserie einer Auffrischung unterzogen. Zu den bekannten Coupés von Touring und Vignale (kürzerer Radstand) tritt ein zweisitziges, noch kürzeres Coupé (Radstand 240 cm), dessen Innenraum sich auf die beiden Sitze beschränkt. Die Karosserie des neuen Modells ist ein Meisterwerk von Frua. Es erinnert an dessen Coupe 5000 GT und ist einer der schönsten am Salon gezeigten Wagen. Der Sechszylindermotor mit Einspritzung wurde vom bisherigen 3500 GTI übernommen. An der Hinterradaufhängung wurden die Halbelliptikfedern durch Schraubenfedern ersetzt. Die Hinterachse wird von zwei Schubstangen und einem Wattgestänge geführt. Das neue Coupé soll ebenfalls im kommenden Frühling in Modena in Produktion gehen. Der Preis wurde auf 5,7 Mio Lire (ca. 40 000 Fr.) festgesetzt.“

8.11.1963 Autocar schreibt im Bericht vom Turiner Salon (S. 898):

“In addition, there is a new supplementary 3500 chassis which features a live axle with coil springs. This Frua has clothed in a very cleanlined coupé with curved-glass side windows and an enormous luggage deck reached through an extensive rear window.”

? 12.–22.3.1964 Ausstellung auf dem Maserati-Stand (39) beim 34. Internationalen Automobilsalon in Genf (CH) gemeinsam mit einem 1963 Maserati Quattroporte I (Chassisnummer AM 107.006?) und dem 1963 Maserati Mistral Spider Frua-Prototyp (AM 109.003)

24.3.1964 Maserati-Pressemitteilung zum Genfer Salon:

„Die originelle und flüssige Karosserielinie ist sehr niedrig und sie weist einen äusserst günstigen Luftwiderstandsbeiwert auf. Sie ermöglicht den Insassen auch eine hervorragende Rundsicht.
Der ausgesprochen sportliche Wagen enthält einen grossen Kofferraum, der dank dem grossdimensionierten Kofferraumdeckel – dieser schliesst auch das Heckfenster ein – gut zugänglich ist. Der Kofferraum wird vom Wageninterieur bloss durch eine kleine Erhöhung und einer Chromstange abgetrennt. Das Reserverad wurde unter dem Boden des Kofferraumes untergebracht.“

4/1964 Testbericht des Prototyps von Hans Tanner (1964):

“The new body is by Frua, a pupil of Pininfarina [Anmerkung: Dies ist eine Verwechslung mit Giovanni Carlo Farina]. […] He certainly deserves full marks for the body created for this `Due Posti´.
The styling is clean and the car has that undefinable quality which is common to all really fast machines which makes them seem ready to leap into motion.”

1.–2.8.1964 Teilnahme am Concorso eleganza per automobili in Rimini (I)

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? (22.5.2012) Besitzer Jacques Pozzo di Borgo (Maseratisource; zusätzlich ab 4/2017 MIE Corporation), Delaplane (Virginia, USA) (22.5.2012 FerrariChat.com, 8.11.2012 Wolfgang Blaube, pers. Mitteilung; Blaube 2013)

Chassisnnummer AM 109.160
Merkmale: Chassis mit größeren Rohren, flacher Aluminiumblechboden, anderer Kühlergrill, keine Motorraumentlüftungsklappen, keine Türfensterrahmen, andere Scheinwerferrahmen, andere Rückleuchten, andere Schriftzüge und Embleme, Schalensitze aus Rundrohrrahmen mit Aluminiumblechschalen
29.10.2016 Fotos Jacques Pozzo di Borgo

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2. Werks-Prototyp (1964)

Chassisnummer AM 109.004
Motor: 3,5 Liter, Benzineinspritzung (Lucas), Motornummer AM 101.960

Farbe: Silbermetallic, innen: rotes Leder (Martin R. Brewer, pers. Mitteilung 25.11.2002)
Merkmale: Aluminiumkarosserie (Ausnahme: Heckbereich) (Martin R. Brewer, pers. Mitteilung 25.11.2002), Lüftungsklappen hinter vorderen Radläufen, rechteckiges Frua-Signet hinter vorderen Radläufen, Hinterachse mit Blattfedern, 16"-Speichenräder (Borrani), Aschenbecher vor dem Schalthebel auf dem Kardantunnel

Chassisnummer geändert auf AM 101.960 (= Maserati 3500 GT, 1964) um Importzollgebühr zu sparen (Adolfo Orsi; fide Christie's Katalogbeschreibung 2003)

1964 1. Besitzer Mario Mazzacurati, Johannesburg (RSA) (Adolfo Orsi; fide Christie's Katalogbeschreibung 2003)
9/1964 ausgestellt auf der Cape Town Motor Show, Kapstadt (RSA) (Adolfo Orsi; fide Christie's Katalogbeschreibung 2003)
Presse-Beschreibung: “the most beautiful car of the exhibition” (Adolfo Orsi; fide Christie's Katalogbeschreibung 2003)

10/1964 2. Besitzer N.N.1 (Sohn des südafrikanischen Finanzministers)

1967 3. Besitzer N.N.2 (RSA)
1989 Fahrzeugstandort in England
Zulassung mit dem schwarzen Kennzeichen EBW 294B (BW = Oxford)

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27.9.–6.10.1991 Teilnahme an der Oldtimerrallye „Liège-Rome-Liège“ von Liège (B) an die Côte d`Azur (F) und zurück (Martin R. Brewer, pers. Mitteilung 25.11.2002)
199x neue Lackierung: Rot
1991? 4. Besitzer Martin R. Brewer (Runnymede Motor Company), Slough (Berkshire, GB

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7.11.2002 zum Verkauf angeboten von Martin R. Brewer (Runnymede Motor Company), Slough (Berkshire, GB), in Classic & Sports Car (Dezember 2002) zum Preis von 27.500 GBP

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2.12.2003 nicht verkauft als Lot 109 bei Christie's-Auktion "Exceptional Motor Cars & Automobilia at the Jack Barclay Showroom" (sale no. 6843) in London (GB); Schätzwert 17.000–20.000 GBP

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5/2004 zum Verkauf angeboten von Runnymede Motor Company, Slough (Berkshire, GB), in ClassicCars zum Preis von 23.950 GBP

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9/2004 zum Verkauf angeboten von Runnymede Motor Company, Slough (Berkshire, GB), in Octane zum Preis von 23.950 GBP

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2006–2007 Wiederinbetriebnahme durch TDH Classics Ltd., West Maldon (Essex, GB)
17.–19.9.2010 ausgestellt in der Sonderausstellung “Grand Touring Greats” beim Goodwood Revival Festival auf dem Goodwood Circuit (GB)

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201x neue Lackierung: Silbermetallic
7.9.2016 (km 98.075) nicht verkauft als Lot 118 bei der RM Sotheby's-Auktion in London (GB); Höchstgebot 180.000 GBP, Schätzwert 195,000–235.000 GBP

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Serienproduktion

Chassis: Maserati, Modena (I) (Coltrin 1968)
Chassisnummern gerade

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Rohkarosserie: Maggiora, Moncalieri/TO (I) (Coltrin 1968)

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Rücktransport nach Modena

 

 

 

 

Lackierung + Montage Kabelbaum, Interieur, Scheiben: Officine Padane, Modena (I) (Coltrin 1968)

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Endmontage (Motor + Antriebsstrang), Einbau optionales Zubehör (z.B. Radio, Klimaanlage): Maserati, Modena (I) (Coltrin 1968)

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11/1964 Fotobericht des ersten Maserati Mistral Coupés in den USA in Road & Track (Poole 1964):

“A superb shopping car for the houswife who´s in a hurry.”

1966 Umbenennung auf den Namen Mistral (nach dem südfranzösischen Fallwind) auf Anregung des französischen Generalimporteurs Colonel John („Jonny“) H. Simone (Maserati-Händler Simone & Thépenier), Paris (F) (Lange 1993)

Produktionszahlen

 

Coupé

Spider

1963

1

 

1964

99

17

1965

177

31

1966

218

29

1967

199

24

1968

109

12

1969

23

6

1970

2

1

Summe

828

120

(Quelle: Crump & de la Rive Box 1979: S. 73)

Maserati Mistral-Register: Coupés, Spider

Prominente Erstbesitzer

Wirtschaft:

Colonel John Orace „Johnny“ Simone

Film:

Peter Ustinov (Lange 1993)

Sport:

Albino Buticchi: AM 109.608

Technische Daten

Motor

vornliegender wassergekühlter 6-Zylinder-Reihenmotor, Block und Kopf aus Aluminium, zwei kettengetriebene obenliegende Nockenwellen (2 ohc), V-förmig obenhängende Ventile, 7-fach gelagerte Kurbelwelle,Marelli-Doppelzündung (Marelli), mechanische Lucas-Benzineinspritzung (Lucas)

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Bohrung x Hub

3500: 86 mm x 100 mm, Kompressionsverhältnis 8,8:1

3700: 86 mm x 106 mm, Kompressionsverhältnis 8,8:1

4000: 88 mm x 110 mm, Kompressionsverhältnis 8,8:1

Hubraum

3.485 cm³ (1963–1964)

3.694 cm³ (Tipo AM 106, 1964–1969)

4.014 cm³ (Tipo AM 109, 1966–1969)

Leistung

3500: 235 DIN-PS bei ca. 5.500 U/min

3700: 245 DIN-PS bei ca. 5.500 U/min

4000: 255 DIN-PS bei ca. 5.200 U/min

max. Drehmoment

32 mkg (DIN) bei 4.000 U/min

Leistungsgewicht

ca. 5,6 kg/PS

Kraftübertragung

hydraulisch betätigte Einscheibentrockenkupplung, vollsynchronisiertes 5-Gang-Getriebe (ZF) mit 5. Gang als Schnellgang (1:1,9), auf Wunsch 3-Gang-Automatik (Borg-Warner; ab 3/1966), Hinterradantrieb, auf Wunsch Sperrdifferential (Salisbury), ungeteilte Kardanwelle

Vorderachse

Einzelradaufhängung mit Trapez-Dreiecksquerlenkern, Schraubenfedern und Gummielementen, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator, Kugelumlauflenkung

Hinterachse

Starrachse an Halbelliptik-Blattfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator

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Bremsen

Scheibenbremsen (Girling), Servounterstützung; Seizug-Handbremse auf Hinterräder

Karosserie

Vierkantstahlrohrrahmen

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1964–1966: verschraubte Leichtmetallkarosserie
1966–1970: Stahlkarosserie mit Hauben und Türe aus Aluminiumblech

Länge x Breite x Höhe

4.500 x 1.675 x 1.250 mm; Radstand 2.400 mm

Leergewicht

1.500 kg

Höchstgeschwindigkeit

3700: 223 km/h, Beschleunigung 0–100 km/h: 9 s

Verbrauch

16 Liter Super pro 100 km

Bauzeit

1963–1970

Stückzahl

828 Coupés (+ 120 Spider) (Crump & de la Rive Box 1979)
(Lange 1993 abweichend: 828 Coupés + 123 Spider)

Preis

3500 (11/1963): 5,7 Mio. ITL (ca. 40.000 CHF) (Cornil 1963)

3500 (4/1964): 50.000 DM (Motor Revue, Heft 49, Frühjahr 1964)

3700 (1965): 50.000 DM

(Quellen: Werksangabe 3700: Homologationszertifikat 3813 OM vom 5.12.1964, Werksangabe 4000: Homologationszertifikat 66004/BO vom 3.2.1966, Oswald 1965)

Veröffentlichungen

von Rotz & Dierkes (2020)

Verwandte Fahrzeuge

1964–1970 Maserati Mistral Spider

1965 Maserati 3700 GTI Coupé